Studieren in Melbourne - Studium in Victoria - Auslandsstudium in Australien

Studium in Australien

La Trobe University - Universität in Melbourne
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Institut Ranke-Heinemann

 

Erfahrungsberichte - La Trobe University / Australien


Maika Grüning: Business [7/2005 - 7/2008]
Sonja Oellers: Geschichte/Englisch [7/2007 - 2/2008]
Christian Brinker: Management [2/2007 - 7/2007]
Nikolas Groß: Business Administration [2/2005 - 7/2005]
Sandra Heinrich: Anglistik [7/2002 - 7/2003]

Erfahrungsbericht - Maika Grüning



Give it a go!

Am 10. Juli 2005 begann für mich frischgebackene Abiturientin ein neuer Lebensabschnitt: ein Studium auf der anderen Seite unserer Welt, in Australien. Pünktlich einen Tag vor Beginn der Orientation Week landete ich in Melbourne. Der 20stündige Flug ist erträglich, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass die Menschen vor 150 Jahren vier Monate auf einem Schiff unterwegs waren.
Obwohl es drei Uhr morgens war, erwartete mich der Airport Pickup Service, ein kostenloser Transport zur eigenen Unterkunft, den ich von Deutschland aus bei meiner Universität bestellen konnte. Hierbei traf ich auf eine anderer Deutsche, die zufällig im selben Gästehaus gebucht hatte und wie ich an der La Trobe University studieren wollte.
Praktischerweise erledigten wir die ersten Wege an der Uni zusammen und so war alles nur noch halb so groß. Zuerst habe ich mich beim International Office angemeldet, in dem schon eine lange Schlange junger Leute aus allen möglichen Ländern wartete. Bei der Anmeldung erhält man einen Predeparture Guide, Studieninfos der jeweiligen Fakultät sowie Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel.
Da ich erst vier Tage vor Abflug meine Einschreibebestätigung erhielt, musste ich in Melbourne mein Touristenvisum in ein Studentenvisum umändern lassen, was allerdings schnell und komplikationslos ablief. Dazu habe ich mir das entsprechende Anmeldeformular ausgedruckt, ausgefüllt und im Immigration Office –natürlich gegen Bezahlung- abgegeben. Eine Woche später wurde mir per Email mitgeteilt, dass ich es abholen könne.
Der wichtigste Gegenstand in den ersten Tagen wurde für mich der Campusplan, denn das Gelände der Universität ist sehr weitläufig. Überhaupt bin ich vom Campus begeistert: Das Zentrum ist wie ein Atrium gestaltet, es gibt Geschäfte, viele Cafes und eine Campusbar. An die Gebäude schließen sich große Rasenflächen an, die schön bepflanzt sind und Springbrunnen haben. Ein kleiner Fluss belebt das Gelände und die Bäume erinnern an ein Tropenhaus. Was ich in den ersten Tagen sehr auffällig fand, waren die vielen neuartigen Geräusche der Vögel, die genauso merkwürdig klingen wie einige Tiere hier aussehen. Sogar Kakadus und andere bunte Papageie leben auf dem Campus. Am tollsten aber sind die wildlebenden Kängurus, die hier herumhüpfen.
Eine dringende Aufgabe war das Suchen einer festen Unterkunft. Es herrscht zum Glück kein Mangel an Wohngelegenheiten, was die Menge Anzeigen an jeder Campusecke bezeugen; man muss nur das finden, was zu einem selbst und natürlich dem Wohnetat passt. Ich bin allerdings erst mal zum Accommodation Officer gegangen und konnte mir am nächsten Tag auch schon eine WG anschauen, die mir jedoch nicht zusagte. Jetzt wohne ich im College, und es gefällt mir hier gut –abgesehen von der gelegentlichen Lautstärke. Ich kann nur raten, sich nach freien Plätzen in Colleges zu erkundigen, auch wenn überall geschrieben steht, dass alles restlos ausgebucht sei. Das stimmt nicht, in jedem der drei Studentenwohnheime auf dem Campus gab es noch freie Plätze.
Mein College, das Glenn College, bietet Frühstück und Abendbrot an, was zeitsparend ist und mir die Erfahrung schenkt, in einem Speisesaal ähnlich dem des Hogwartschlosses aus dem „Harry Potter“ -Film zu sitzen. Entgegen meiner Befürchtungen schmeckt das Essen. Allerdings trifft diese Tatsache nicht auf die vielen Konditoreien in Melbourne zu, auch wenn sie sich „European cakes“ nennen.
Die La Trobe University befindet sich ca. 15km vom Stadtzentrum, und die Vorstadt entspricht Bildern, die man aus dem Fernsehen von Amerika kennt. Dreispurige Straßen, fast nur Einfamilienhäuser, und natürlich große Einkaufszentren, die bis Mitternacht und auch am Wochenende geöffnet haben. Zudem sind die meisten Lebensmittel sehr günstig. An den Linksverkehr gewöhnt man sich schnell und selbst die Australier vertun sich mal mit der Straßenseite.
Noch ein paar Stichpunkte zur Orientation Week: man sollte unbedingt an den Shoppingtouren teilnehmen, um einen Überblick zu bekommen, was man wo kaufen kann. Hauptziel dieser Veranstaltung jedoch ist die Kontaktaufnahme zu anderen Stundenten, doch wer wie ich an Australier dachte, wird enttäuscht. Überrascht hat mich die Zahl deutscher Studenten, wie waren bestimmt zu zehnt.
Die anderthalb Wochen bis zu Beginn des eigentlichen Studiums verbrachte ich als Tourist. Melbourne ist eine wunderschöne Stadt. Es gibt Wolkenkratzer, Gebäude im viktorianischen und futuristischen Stil ebenso wie das Parliament of Victoria, das wie ein antiker Tempel aussieht. Die Stadt ist sehr grün und trotz der winterlich-„frostigen“ Temperaturen von 15°C blühen Blumen. Die Australier begegnen dieser Kälte entweder mit Mütze und Handschuhen oder in Sandalen und T-Shirts.
Melbourne ist besonders nachts beeindruckend, wenn sich die bunten Lichter der Restaurants und Cafes im Yarra River spiegeln. Natürlich war ich auch an den Stränden, doch nach meinem Besuch im Melbourner Aquarium bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich ins Wasser will.
Kontakt zu Leuten zu bekommen ist sehr leicht, wenn man sich überwindet, auf andere zuzugehen. Besonders durch das College lernt man viele Leute kennen, denn auch die Wohnheime organisieren ihre eigene Orientation Week. Dabei erlebte ich auch meine erste Bar-Hopping-Tour, bei dem alle dreihundert Leute aus dem College drei verschiedene Bars an einem Abend besucht haben.
Die Australier sind recht gesprächig. Zum Beispiel unterhält man sich im Supermarkt ständig mit der Kassiererin. Und so kam es auch, dass eine Freundin und ich von einem ehemaligen Vice-Chancellor unserer Uni eine Kirchenführung bekamen.
Das Studium finde ich bis jetzt in Ordnung. Fast alle Studenten belegen vier Fächer zu einem bestimmten Studiengang. Die Anzahl der Vorlesungen und Seminare hängt jedoch vom gewählten Fachbereich ab; ich als Wirtschaftsstudentin habe mit 14 Stunden eine sehr niedrige Stundenzahl im Vergleich zu naturwissenschaftlichen Fächern. Viel Zeit nimmt das Lesen in Anspruch, und für die Tutorials (Seminare) muss man Hausaufgaben machen. In den tutes werden nicht nur Fragen besprochen, sondern auch Tests geschrieben.
Was mich äußerst erstaunt, ist die große Zahl asiatischer und indischer Stundenten, die mindestens drei Viertel aller Leute in meinen tutes und die Hälfte aller Studenten in den Vorlesungen ausmachen. Wahrscheinlich liegt das aber nur daran, dass ich im australischen zweiten Semester anfange. Was ich toll und motivierend finde, ist die Begeisterung der Professoren für ihr Fach. Übrigens gibt es hier viele weibliche Professoren; ich habe nur bei einem Professor Unterricht. Verständnisschwierigkeiten habe ich kaum, ich verstehe fast alles in den Vorlesungen mit meinem Schulenglisch. Wer erwartet, dass die Australier so ein erfrischendes Englisch wie Eddie Irwin, der Crocodile Hunter, sprechen, wird leider enttäuscht. Es ist eher ein angenehmer Mix aus British und American English. Interessanterweise tun sich die Australier schwer damit, meinen Namen richtig auszusprechen. Ich habe mich schon daran gewöhnt, dass ich nicht nur Maika, sondern auch Mika heiße.
Apropos Sprechen: Telefonieren ist hier sehr günstig, für eine $10 Telefonkarte kann man 500 Minuten nach Deutschland anrufen.

Ich möchte mit diesem Bericht insbesondere Abiturienten zu einem Studium in Australien ermutigen, die noch kein Studium in Deutschland begonnen haben. Zwar kommt man sich zunächst etwas verloren vor, wenn man seiner Familie und der Heimat für ein halbes Jahr (bis zu den Semesterferien!) Tschüss sagt, aber glücklicherweise gewöhnt man sich recht schnell an die neue Situation. Schon nach einer Woche empfand ich den Tagesablauf als normal, und für mich ist es ein unglaublich schönes Gefühl, in einer Weltstadt direkt am Pazifischen Ozean zu leben.
Wenn es mir weiterhin so gut gefällt, werde ich hier voraussichtlich meinen Bachelorabschluss machen. Aber bis dahin ist es ja glücklicherweise noch eine lange Zeit.


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Erfahrungsbericht - Sonja Oellers



Im Folgenden möchte ich euch etwas über mein Auslandssemester an der La Trobe University, Melbourne (Juli-Dezember 2007), berichten. Ich hoffe, meine Erfahrungen und Tipps helfen euch ein bisschen, das Studienunterfangen „Down Under“ mit viel Optimismus und Freude anzugehen.

Generelles:

Angekommen bin ich am 15. Juli 2007 am Tullamarine Airport in Melbourne. Ich wusste, dass es „Winter“ in Australien ist, jedoch hätte ich nicht mit knappen 5 Grad gerechnet. Dementsprechend hatte schon meine Ankunft auf diesem Kontinent etwas Überraschendes. Wie ich später erfahren habe, war dies der kälteste Winter in Melbourne seit über 10 Jahren.Da ich in Deutschland bis zum 13.7. 2007 (einem Freitag) Klausuren an der Uni geschrieben habe, war es mir leider nicht möglich, eher nach Melbourne zu fliegen. So habe ich die „Orientation Week“ zur Hälfte und die „Melbourne Welcome Week“ vollständig verpasst. Wie ich später erfahren habe, soll besonders die Melbourne Welcome Week sehr informativ und bereichernd für die internationalen Studenten gewesen sein. Da ich leider nur in den Genuss der „halben“ uniinternen „orientation week“ kam, habe ich mich dann dazu entschlossen, mich auf die wirklich studienrelevanten Einführungen zu beschränken.

So habe ich am ersten Tag der zweiten Woche der orientation week erstmal an einer „Campustour“ teilgenommen. Die La Trobe University hat den größten Unicampus der südlichen Hemisphäre und ohne diese Einweisung wäre ich vermutlich noch viel orientierungsloser in den ersten Tagen auf dem Campus rumgeirrt. Ebenso habe ich an einer Bibliothekseinführung teilgenommen und an den Willkommensfeiern meiner beiden Fakultäten, der „School of Social Science“ sowie der „Humanities“. Dort habe ich dann von ein paar älteren Semestern hilfreiche Tipps bekommen, wie ich dieses Semester an der La Trobe (notentechnisch) nicht nur überlebe, sondern zudem auch noch viel Spaß haben werde (Geheimtipp: jeden Donnerstag „Eagle Bar Party“!). Hätte ich mehr Zeit zur Verfügung gehabt, so hätte ich mir sicher nicht die „Driving School“ (jaaa, Linksfahren will gelernt werden) sowie etliche Einführungen in das Leben in Melbourne/Australien als internationaler Student generell entgehen lassen. Nach einer Woche des kurzen Eingewöhnens sowie einer rasant schnellen (erfolgreichen) Wohnungssuche hat am darauf folgenden Montag mein „Unileben“ in Melbourne richtig bekommen. Der Übersichtlichkeit halber werde ich nun meinen Bericht in verschiedene Unterpunkte gliedern.

Wohnungssuche

Wer ein ordentlicher Student sein will, braucht auch eine gescheite Bleibe, möglichst in Uninähe- zumindest war das meine Idealvorstellung meiner Studiunterkunft Down Under. Den ersten Tag an der La Trobe verbachte ich halb mit den Angeboten der „orientation week“ und halb vor dem Schwarzen Brett vor dem „International Office“. Dieses Schwarze Brett sollte man unbedingt (!!) aufsuchen, wenn man auf der Suche nach einer Unterkunft jeglicher Art ist. Dort hängen sortiert nach Unterkunftsart (Einzelzimmer in einer WG, Apartment, oder ganzem Haus) Wohnmöglichkeiten für so ziemlich jeden Geldbeutel und auch für jeden Geschmack. Es dauerte ganze 2 Stunden, da habe ich am Schwarzen Brett eine andere Deutsche getroffen, die mir freudestrahlend mitteilte, dass sie eine der Telefonnummern angerufen habe und nun einen Besichtigungstermin in einem Haus in Northcote habe. Zudem sei in diesem Haus auch noch ein Zimmer frei, selbst wenn sie dort einziehen würde. Spontan haben wir unsere Handynummern ausgetauscht (ganz wichtig, dass man sich so schnell wie möglich eine australische Sim-Karte zulegt). Am Abend des selben Tages haben wir telefoniert und meine zukünftige Mitbewohnerin teilte mir mit, dass das Haus toll, die Gegend super, der Vermieter „total nett“ sei und das Ganze zudem noch bezahlbar war. Also habe ich ungesehen zugesagt und am folgenden Tag sind wir schon in die WG gemeinsam eingezogen. Ich habe 260$ alle 2 Wochen Miete gezahlt (da war alles inklusive, auch Internet) und das lag auch so im Durchschnitt was meine übrigen Kommilitonen in Melbourne gezahlt haben.

Northcote (oder auch den angrenzenden Stadtteil „Preston“) kann ich nur wärmstens empfehlen! Vor unserer Haustüre lag eine Straßenbahnhaltestelle (Line 86 nach Bundoora) und man fährt sowohl in die Innenstadt (CBD) etwa 30 Minuten als auch zur La Trobe (die eben in Bundoora liegt). Somit liegt Northcote in der „Goldenen Mitte“ und ist ein sehr beliebter Stadtteil bei Studenten der La Trobe University. Für alle anderen Studenten (z.B. vom RMIT, Melbourne University…) dürfte Northcote zu außerhalb sein. Da ist es vielleicht besser, sich nach einem Stadtteil umzugucken, der mehr in der Innenstadt liegt, wie z.B. „Carlton“.

Eher abraten würde ich von einer Unterkunft im Studentenwohnheim (College) auf dem Unicampus. Es mag sicherlich von Vorteil sein, dass man direkt auf dem Campus wohnt und somit kein(kostenpflichtiges!) Straßenbahnticket zur Uni kaufen muss. Doch selbst wenn man den Straßenbahnpreis mitberücksichtigt, ist es günstiger, sich „off campus“ eine Unterkunft zu suchen. Mir persönlich hat keines der Studentenwohnheime zugesagt, ich habe mir interessehalber alle angeschaut. Die Einrichtung ist mehr als spartanisch und erinnert einen ein bisschen an eine Knastzelle der 70er Jahre. Mir ist noch ein Zimmer lebhaft vor Augen, das genau 10qm² groß war und etwa 400 Euro im Monat kosten sollte. Internet exklusive. Bad sowie Küche sind mit 11 anderen Studenten zu teilen. Unabstreitbarer Vorteil des Lebens „on campus“ ist sicherlich, dass man leicht Anschluss an die vielen anderen (internationalen) Studenten findet und vielleicht Donnerstags Abends häufiger in die „Eagle Bar“ geht, als wenn man anschließend noch 30 Minuten „Tram“ fahren muss (und zudem die letzte Bahn um 24h fährt). Es ist also (wie immer) Geschmacksache, ob man sich nun für eine Unterkunft on- oder off campus entscheidet.

Unileben

Die La Trobe University ist unterteilt in verschiedene Campi innerhalb Victorias. Ich habe auf dem größten Campus, dem Bundoora Campus, studiert. Aufgefallen ist mir vom ersten Unitag an die gute technische Ausstattung der Universität. Ein Beamer im Hörsaal sowie Seminarraum ist Standart, Studenten ohne eigenen Laptop können sich für Unipräsentationen einen Laptop im Rechenzentrum ausleihen. Die Sitzstühle im Hörsaal haben mich eher an Kinosessel erinnert, war ich doch von meiner Heimatuni bis dato nur unbequeme Holzstühle gewohnt. Die Unibibliothek verfügt über ausreichend Computer, so dass auch zu Stoßzeiten jederzeit ein effektives Arbeiten an den Unirechnern ermöglicht wird. Zudem gibt es in der Unibibliothek ein „Service Desk“, an dem freundliche Mitarbeiterinnen gerne noch einmal die Benutzung des Druckers, des Faxes, des Laminiergerätes (…) erklären (oder auch kurz entschlossen Schere und Kleber ausleihen, bzw. einem ein Taxi zum Flughafen reservieren).

Das Vorlesungsverzeichnis der La Trobe University ist (bedingt durch seine mehreren Campi) riesig und nicht auf den ersten Blick zu durchschauen. Es hat mich einen Nachmittag gekostet, mir (mit Hilfe der „Stundenplanberatung“) einen Stundenplan zu erstellen. Ich bin ehrlich gesagt nicht mehr davon ausgegangen, dass ich in alle Veranstaltungen „rein“ komme. An meiner Heimatuni ist es üblich, dass man sich in den Semesterferien zuvor in die gewünschten Veranstaltungen online „einwählt“ und hofft, dass es das Los gut mit einem meint und man tatsächlich einen der heiß begehrten Plätze in dem favorisierten Seminar bekommt. An der La Trobe bin ich einfach zu der ersten Veranstaltung jeweils hingegangen- und aufgenommen war ich in den Kurs. Das hatte auch nichts mit „Ausländerbonus“ zu tun. Die Kurse an der La Trobe University sind klein gehalten. Meine Seminare habe ich im Durchschnitt mit 10 anderen Studenten besucht, was ein effektives Arbeiten möglich macht.

Mein eigenes Arbeitsverhalten habe ich an der australischen Universität als grundsätzlich „anders“ im Gegensatz zu Deutschland erfahren. An der La Trobe University habe ich, kaum das ich angekommen war, bereits in Woche 2 und 3 eine kurze Präsentation halten müssen. Zu Beginn eines jeden Kurses haben wir eine Übersicht bekommen, wie sich die Kursnoten prozentual zusammensetzt und in welcher Woche welche Art von Leistung erwartet wird. Das Leistungssprektrum reichte von regelmäßigen „Essays“ zu einem Thema (ein Essay ist eine Kurzform einer wissenschaftlichen Hausarbeit), online- Quizze, Präsentationen, Tests, Klausuren sowie Gruppenaufgaben. Im Gegensatz zu deutschen Universitäten, wo häufig nur das „Endergebnis“ (die Abschlussklausur…) als entscheidend gewertet wird, zählt in Australien viel mehr die „Entwicklung“, eine dauerhafte Leistung konstant auf das Semester verteilt. Ich habe im Vergleich zu meiner Studienzeit in Deutschland erheblich mehr Zeit am Schreibtisch und in der Bibliothek verbracht. Jedoch muss man fairerweise erwähnen, dass die australischen Studenten in den „Semesterferien“ wirklich „Ferien“ haben und in dieser Zeit keine Klausuren oder Hausarbeiten schreiben, wie es an meiner Heimatuni der Fall ist. In so fern kann man den Arbeitsaufwand verteilt auf das ganze Semester in etwa dem in Deutschland gleichsetzten.

Das Campusleben kann man an der La Trobe University gut genießen. In der „Agora“, dem Mittelpunkt des Unicampuses, gibt es Cafes, Restaurants, eine Bank, einen Frisör und einen Kiosk. Besonders zur Mittagszeit gleicht die Agora häufig einem Straßenbasar, da sich alles draußen abspielt, jeder Student einen Kaffee in der Hand hält und quatschend mit Kommilitonen über den Campus läuft. Als „Extraservice“ bietet die Uni einen Campusbus an, der einem von verschiedenen Gebäuden auf dem Unicampus entweder zur Bus- oder zur Tramstation bringt ( da das Unigelände wirklich sehr weitläufig ist, würde man sonst unter Umständen 15 Minuten brauchen, um zur nächsten Haltestelle zu kommen). Die Universität versucht alles, um einem als Student das Leben möglichst angenehm zu gestalten. So findet man neben einem persönlichen „Study Adviser“, Englischunterricht, Hilfe bei der Wohnungssuche, Hilfe bei finanziellen Problemen, stets freundlichen Mitarbeitern im „International Office“, Freizeitaktivitäten (wie z.B. Sportclubs, Ausflüge in die Umgebung Melbournes…) oder„akademische Hilfe“ bei der Anfertigung der Essays auch immer ein offenes und verständnisvolles Ohr bei den Unidozenten. Mehrmals habe ich erlebt, dass meine Dozenten z.B. Abgabefristen für „internationals“ (gerade in den ersten Wochen) verlängert haben oder sich persönlich um die Belange der Studenten gekümmert haben. An dieser Uni geht bestimmt keiner unter- dafür gibt es viel zu viel Beratungs- Informations- oder generell Hilfsangebote, ganz nach dem australisch Motto „no worries, mate!“.

Melbourne

Melbourne gilt nicht umsonst als die „Kulturhauptstadt Australiens“. Hier findet man einfach alles. Ob man nun shoppen möchte in der Collins Street, gemütlich einen Kaffee am Federation Square trinken möchte, in eins der unzähligen (italienschen, griechischen, spanischen, deutschen (!), französischen, chinesischen, indischen…..) Restaurants gehen möchte, den Sonnenuntergang am Yarra River genießt, an den Strand nach St. Kilda fährt oder doch lieber etwas mehr „Action“ möchte (Footygame, Formel 1, Kino, Disko, Melbourne Cup Day, Museen….), für JEDEN ist in dieser genialen Stadt etwas dabei. Ich habe unzählige Stunden im Melbourne Museum, dem Immigration Museum oder dem Arts Centre verbracht, mit dem (australischen) Studentenausweis kommt man zudem kostenlos in diese Ausstellungen rein.

Melbourne gilt als „griechischste Stadt außerhalb Griechenlands“. Es ist der wahnsinnige Kulturenmix, das friedliche Miteinander und die vollkommene Aufgeschlossenheit der Stadt gegenüber. Neuankömmlingen (aus aller Welt), die es einem leicht machen, sich schnell „zu Hause“ zu fühlen. Betrachtet man einfach mal ein paar Minuten die Menschenströme vor der „Flinders Street Station“ bekommt man den Eindruck, dass die Stadt einen gemütlichen dennoch beständigen Puls hat, der niemals zu versiegen vermag. „Kolonialen Charakter“ bringen die vielen Kutscher, die Touristen Kutschfahrten durch die Stadt anbieten, in die Stadt. Erinnert die Aufmachung der Kutscher und er Kutsche doch sehr an England.

Gerade den Neuankömmlingen empfehle ich eine „City Circle“ Tour. Das ist eine Touristentram, die kostenlos jeden Tag, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abfährt.Zu diesen gehören: Parliament House (Führungen an Wochenenden möglich), Treasury Building, State Library, Flinders Street, Collins Street, Bourke Street, Melbourne Museum und die Docklands (dort gibt es immer Wechselausstallungen wir z. B. „Körperwelten“). Melbournes Innenstadt (CBD) ist schachbrettartig angelegt, so dass man relativ schnell weiß, wie man von A nach B kommt. Empfehlen möchte ich den „Queen Victoria Market“, dieser ist immer Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags. Dort kann man gut und günstig Lebensmittel ( vor allem Obst und Gemüse!) und Souvenire kaufen. Ich habe dort zweimal jeweils fast einen Tag verbracht und war jedes Mal restlos begeistert.

Den Freizeitpark-Fans unter euch kann ich den „Lunapark“ im Stadtteil St. Kilda ans Herz legen. Für schlappe 20$ kann man dort den ganzen Tag in diesem Park verbringen.Beeindruckend fand ich die Aussicht (bis aufs Meer!) vom Rialto Tower, dem höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre. Besonders im Sonnenuntergang ein „must do“! Nicht entgehen lassen sollte man sich einen (oder mehrere) Besuch(e) im riesigen, imposanten „MCG“ (Melbourne Cricket Ground). Dort finden während der Football Saison regelmäßig Footballspiele statt und dort kann man ein kleines bisschen der (sportfanatischen) Luft der Melbournians schnuppern.

Ist man zufällig Anfang März in Melboune, darf natürlich ein Besuch im Albert Park, zum Auftakt der Fomel 1 Saison, nicht fehlen- Achtung: Tickets rechtzeitig sichern!!! Mein absolutes, persönliches Highlight in Melbourne, war der 6.11.2007, der erste Dienstag im November…. Wie sagen die Melbournians? „ It´s Cup Day, Babe- let´s get dressed!”- Cup Day, also Melbourne Cup Day. DAS Event in Melbourne, nein…In ganz VICTORIA: Dieser Tag ist Feiertag in Victoria und zumindest während der 3 Minuten, die das Pferderennen tatsächlich dauert, steht das Land still. Nicht umsonst wird der Melbourne Cup Day auch als „race that stops a nation“ bezeichnet. Einfach nur unbeschrieblich, faszinierend, Kleid und Hut sind für die Damenwelt Pflicht- ansonsten macht es nur halb so viel Spaß!

Für einen Mehrtagestrip kann ich die „Great Ocean Road“ und die „Grampians“ empfehlen, atemberaubende Natur!! Die La Trobe University hat einen Tagesausflug in einen Wildpark nach Healesville angeboten (Kängurus, Koalas, Wombats, Emus….Koalaaufzuchtsstation….), an dem ich mitgefahren bin, auch dieser Park ist sehr sehenswert. Last but not least empfehle ich einen (bestenfalls mehrtägigen) Trip nach Philip Island. Dort gibt es neben der weltberühmten allabendlichen Pinguinparade auch Seelöwen und atemberaubende (Küsten- )Landschaften zu bestaunen.

Lifestyle Down Under

Ich habe in meinen ganzen Monaten in Australien immer nur zuvorkommende, freundliche, hilfsbereite(!!), interessierte Australier kennen gelernt. Das mag nun verdammt nach Stereotyp klingen, ist aber wirklich so. Die Australier sind (!) freundlich. Sie haben die Sonne nicht nur auf ihrem Kontinent sondern auch in ihrem Herzen. Zumindest ist das meine Erfahrung und die teile ich auch mit meinen Kommilitonen, die alle in Melbourne studiert haben.Bin ich zu Beginn meiner Unizeit etwas „planlos“ durch die Uni gelaufen, wurde sofort Hilfe angeboten. Eine australische Kommilitonin hat sogar angeboten, dass ich ihr mein Essay per E-Mail schicken kann und sie es dann nach Grammatikfehlern durchliest. Ich weiß nicht, wie oft ich den Satz „If you ever need help- please let me know“ gehört habe?! Aber auch außerhalb des Campus ist mir beinah täglich die warmherzige Ader der Australier aufgefallen. Ich habe jetzt noch das sympathische „Good Morning Passengers“ im Ohr, wenn ich an die Flinders Street Station denke (by the way…WARUM sind australische Züge in den 7 Monaten, die ich in Australien war, IMMER pünktlich gekommen??! Aber das nur am Rande).

Die Aussies sind sportverrückt…
Das äußert sich nicht nur an den gut besuchten Footygames, den Australian Open (übrigens auch in Melbourne), der Formel 1, vermutlich millionen Surf- und Tauchschulen im ganzen Land, unzählige Rudermannschaften, Rugby, Cricket (auch hier deutlich sichtbar der englische Einfluss), Golf, Reiten uvm. Mindestens genauso „verrückt“ wie der Aussie nach Sport ist, ist er nach „Outdoor“ im Allgemeinen. Ich habe mehrmals in Melbourne oder Sydney am Strand geschlafen und Morgens um 6 Uhr bin ich von der Masse an Joggern, Kajakfahrern oder Radfahrern geweckt worden.

Eine Tradition, die nicht wegzudenken ist aus dem australischen Alltag, ist das Barbecue!!Grillen. Kann man in Australien zu jedem Anlass, Tageszeit, Ort und Temperatur. Mein erstes „Barbie“ hatte ich im Juli 2007 bei 5 Grad Außentemperatur. Aber wer ein echter Aussie ist, der steht zu seinem Kulthobby, auch unter widrigsten Umständen (und lecker ist es allemal!). Ich hatte oft den Eindruck, dass der „typische Australier“ einfach nett, sportlich, gerne draußen, Barbie-Fanatiker, überaus hilfsbereit, aufgeschlossen gegenüber Fremden und einfach „umgänglich“ ist. Der typische Aussie ist zudem äußerst patriotisch, was sich nicht nur an dem exessiven „Australien- Flagge kaufen- und- im- Garten- gleich- neben- dem Pool- hissen- bemerkbar macht. Bei internationalen Sportevents, wie z.B. den Australian Open“ sind die Auftritte der Landesleute schon fast Pflichtprogramm im Fernsehen und selbst die kleinsten Aussies(mein Studienobjekt war zu diesem Zeitpunkt 3 Jahre alt) läuft mit gekreuzten Fingern durchs Haus und schreit lauthals mit, wenn denn ein Aussie in Führung geht.


Anerkennung meiner Studienleistungen an meiner Heimatuni

Da ich unter Anderem Englisch studiere, haben besonders meine Englischdozenten positiv auf meinen Auslandsaufenthalt reagiert. Bemerkenswert fanden es die meisten Dozenten, dass ich mir die Mühe gemacht hatte, mir ein Land und eine Uni auszusuchen, mit der kein Partnerabkommen mit meiner Fakultät in Deutschland besteht. Alle meiner Scheine aus Melbourne sind anerkannt worden und es bedurfte zu keinem Zeitpunkt irgendeine Art von „Überzeugung“. Ohne wenn und aber sind meine Leitungen anerkannt und wortwörtlich „gewürdigt“ worden. Vor meiner Abreise stand nicht genau fest, welche Kurse ich in Melbourne belegen würde. Ich bin für 10 Kurse zugelassen worden (innerhalb eines Fachgebietes natürlich) und habe im Vorfeld meine Dozenten in Deutschland gefragt, ob sie einen dieser Kurse gar nicht akzeptieren würden- dies wurde immer verneint. Daher habe ich mich dann vor Ort für die Veranstaltungen entschieden, die mit inhaltlich am Meisten zugesagt haben und habe dann noch einmal per E- Mail mit meinen Dozenten in Deutschland Kontakt aufgenommen.Nachdem ich dann das offizielle „OK“ hatte, konnte ich beruhigt mein Semester Down Under angehen. Eine Note habe ich für meine australischen Scheine in Deutschland nicht bekommen, da ich diese mir „nur“ für Vorlesungen und Seminare habe anerkennen lassen, die man nur „bestehen“ oder „nicht bestehen“ konnte.


Persönliche Einschätzung meines Semesters in Melbourne

Dieses Auslandssemester zu machen, war die beste Entscheidung, die ich in meinem Studium hätte treffen können! Angefangen von der Stadt Melbourne, der Universitätswahl und dem Land Australien an sich hätte es nicht besser laufen können. Ich habe nicht nur mein Englisch verbessert, sondern Kontakt zu Menschen in aller Welt geknüpft (und diese bestehen heute, dank Facebook immer noch), ich habe andere Kulturen kennen gelernt und bin in manchen Situationen über mich hinaus gewachsen. Ich habe wahnsinnig viel über mich selber, meine Sprache, mein Land und meinen „Background“ erfahren können- vermutlich besonders bedingt durch die wahnsinnige Distanz zu Deutschland und dem Zusammenprall der unterschiedlichsten Kulturen auf dem australischen Unicampus.Ich habe während meiner Reisezeit im Anschluss an die Uni viel Faszinierendes sehen können (in Australien und Neuseeland) und ich bin mir sicher, dass ich, so schnell es geht wieder zurück in meine neue Wahlheimat Melbourne kommen werde!! Ich kann jedem nur empfehlen, diesen Schritt „zu wagen“. Ihr werdet nicht enttäuscht sein und für euer restliches Leben vermutlich immer gerne (und mit gaaanz viel Wehmut) an euere Studienzeit in Australien zurückdenken!!


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Erfahrungsbericht - Christian Brinker



Melbourne 2007


Im Februar dieses Jahres begann ich mein Auslandssemester an der La Trobe University in Melbourne (LTU Melbourne). Ein 4monatiges Semester an der Faculty of Law & Management am Bundoora Campus wartete auf mich.
Bereits ein Jahr zuvor begann die Vorbereitung. An der Georg-August-Universität in Göttingen fand eine Informationsveranstaltung des Instituts Ranke-Heinemann statt, die jede Menge Informationen über das Studieren in Australien und Neuseeland lieferte. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, einen solchen Aufenthalt im Ausland irgendwann während meines Studiums durchführen zu wollen, jedoch wo und wie, das war ungeklärt. Obwohl die Veranstaltung erste interessante Hinweise lieferte, blieben eine Menge Fragen. Beispielsweise spukten in meinem Kopf folgende Gedanken: Welche Universität passt zu mir? Wie läuft es wohl mit einem geforderten Sprachtest? Wie würde ich überhaupt mit der englischen Sprache in einem weit entfernten Land zurechtkommen? Wo würde ich wohnen? Wie erlange ich ein gültiges Visum? Erhalte ich eine finanzielle Unterstützung? Es schien als sei mein Vorhaben ein schwieriges Unterfangen, da eine Menge Dinge vorab zu regeln waren.
Mit der Zeit jedoch regelte sich sehr viel. Ich entschied mich für Australien als Studienland. Die Bewerbungen für 2 verschiedene Universitäten (QUT Brisbane und LTU Melbourne) liefen reibungslos. Das Institut Ranke-Heinemann klärte sämtlichen Schriftverkehr. Ich selbst unterzog mich einem TOEFL-Test, der jedoch nicht besonders gut verlief, aber letztendlich ausreichte. An dieser Stelle muss ich aus eigener Erfahrung darauf hinweisen, dass eine Bewerbung um einen Prüfungsplatz an einem der TOEFL-Prüfungsorte in Deutschland rechtzeitig erfolgen sollte, da freie Kapazitäten schnell vergeben sind.
Im Oktober letzten Jahres hatte ich dann die Bestätigung für meinen Studienstart an der LTU im Februar 2007. Das Visum konnte ich innerhalb von 24Stunden online erwerben. Mit meiner Universität in Deutschland unterhielt ich mich über mögliche Anrechnungen von in Australien erbrachten Studienleistungen. Jedoch erhielt ich keine definitiven Zusagen, es wurde kein learning agreement vereinbart. Der Nebel der Ungewissheit klarte trotzdem allmählich auf.
Dann war es soweit! Der Tag der Abreise stand kurz bevor. Im Laufe der Zeit stieg die Nervosität mit jedem Tag. Die Frage der Unterkunft habe ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht geklärt. Von meiner Bleibe wollte ich mich vor Ort überzeugen.
Angekommen in Melbourne gegen ca. 22.00Uhr, ohne Kenntnis von der Stadt, erfuhr ich die berühmte australische Menschenfreundlichkeit persönlich. Am Informationspunkt gab man mir den Rat, für die erste Nacht ein Hotelzimmer in einem günstigen Hotel (ca.40EUR) zu nehmen, 500 Meter vom Ankunftsterminal des Flughafens entfernt. Auf dem Weg dorthin traf ich eine in Melbourne ansässige ältere Dame, die mir im Laufe eines Gesprächs ihre Visitenkarte gab und Hilfe bei der Wohnungssuche und sonstigen Problemen anbot. So eine Nettigkeit ist mir bis dahin in meinem Leben noch nicht begegnet und ist ein Beispiel für die Hilfsbereitschaft der Menschen in diesem Land, auf die ich im Laufe meines Aufenthalts immer wieder traf.
Am nächsten Morgen machte ich mich ausgeruht auf den Weg in Richtung Universität, um mich meiner Einschreibung und der Wohnungssuche zu widmen. An der LTU, wo die Hektik des Semesterstarts deutlich spürbar war, nahm sich das Personal der Universität für jeden Neuankömmling genügend Zeit, so dass meine Registrierung und Einschreibung innerhalb eines Vormittags abgeschlossen war. Die Wohnungssuche war der nächste Schritt. Hier ist allerdings Vorsicht geboten! Ich fragte bezüglich On-Campus Accomodation im dafür zuständigen Büro der Universität nach. Darauf antwortete man mir, dass die meisten Unterkünfte bereits vergeben seien, jedoch noch ein Zimmer zur Verfügung stünde. Meine Bedenkzeit sollte ich eingrenzen, da die Nachfrage sehr groß sei. Ich eilte also zu der Unterkunft und sah ein sehr kleines Zimmer zu horrendem Preis ohne Internet und Waschmaschine, was extra berechnet wurde. Glücklicherweise traf ich dort weitere Studenten auf der Suche nach einer Unterkunft und nach kurzer Beratung mit diesen beschlossen wir, gemeinsam eine günstigere Bleibe zu suchen. Zwei Wochen später erfuhr ich, dass mehrere Räume immer noch unbewohnt seien und zur Vermietung stünden. Dieses kommerzielle Vorgehen halte ich für nicht fair! Also, Achtung!!!
Mit meinen Begleitern fanden wir dann am selben Tag auch ein Haus ca. 30 Minuten nördlich der LTU, was zu einem erschwinglichen Preis zu haben war. Aushänge sind überall auf dem Campus zu finden. Mit fünf Leuten zogen wir in ein geräumiges Haus für uns allein. Jedoch habe ich auch von weniger erfolgreichen Wohnungssuchen in den ersten Tagen erfahren, weshalb ich nur raten kann, nichts zu überhasten. Angebote gibt es genug. Ein wenig Geduld ebnet den Weg zur passenden Unterkunft.
Am Ende meines ersten Tages in Melbourne hatte ich also sowohl die Einschreibung als auch die Wohnungssuche erfolgreich abgeschlossen. Einem erfolgreichen Studium stand nichts mehr im Wege.
Das Studium an sich verlief problemlos. Meine Sorge, dass ich Sprach- bzw. Kommunikationsprobleme bekommen könnte, legte sich nach bereits zwei Wochen. Den Vorlesungen ist sehr gut zu folgen, da ein Standard Englisch, also kein Aussie-Slang verwendet wird. Ich selbst habe drei BWL-Kurse (Finance, Accounting, Marketing) gewählt und nebenbei einen English-Kurs belegt. ESL (English as a second language), so die Bezeichnung, hat mir persönlich allerdings keinerlei Vorteile geboten. Insgesamt ist es im Study Abroad Programm möglich, maximal 65 Kreditpunkte zu erwerben, was einer Anzahl von vier Kursen entspricht. Dieses Pensum ist durchaus machbar für jeden Studenten, auch wenn nebenbei das Land erkundet wird. Man sollte allerdings ab und zu einen Blick in die Lehrbücher werfen…!
Ansonsten bleibt mir bezüglich des Studiums an der LTU zu sagen, dass jeder Student jederzeit Hilfe am Lehrstuhl suchen kann. Jedes fachliche Problem findet umgehend eine Lösung. Auch hier ist die besondere Hilfsbereitschaft anzutreffen. Die Kommunikation mit den Studenten wird nicht gescheut. Ich hatte stets das Gefühl, dass der Lehrstuhl in Zusammenarbeit mit dem Studenten, in äußerst persönlicher Art und Weise, vorzügliche Leistungsergebnisse erreichen möchte. Diese Eigenheit beschert eine angenehme Atmosphäre während des Studiums.

Die Stadt Melbourne hat ihren ganz eigenen Scharm. Sie unterscheidet sich deutlich von anderen australischen Metropolen. Ein genießendes und entspanntes Lebensgefühl ist in den pittoresken Strassen der Hauptsstadt Victorias allgegenwärtig. Melbourne ist die Sporthauptstadt Australiens. Formel-1, Australien Open, Schwimm-WM, Football - eine Vielzahl von Events zieren den Kalender. Ich persönlich besuchte im März das Formel-1 Spektakel im Albert Park. Ein Besuch ist jedem zu empfehlen, besonders weil die Ticketpreise günstiger als in Europa sind. Das Nachtleben in Melbourne hat sehr viel zu bieten. Bars, Restaurants oder Clubs sind überall zu finden und bieten erhofftes Vergnügen neben dem Studienalltag. Empfehlenswerte Lokalitäten kann man im ISA (International Students Association) Büro auf dem Campus erfragen. Apropos ISA, dieser Organisation sollte man als ausländischer Student während seines Aufenthalts unbedingt beitreten, da diese Ausflüge, Touren und weitere Aktivitäten in und um Melbourne anbietet, auf denen man mit Sicherheit neue Freunde trifft und zusammen eine Menge Spaß hat!!

Was wäre ein Studium in Australien, ohne nach getaner Arbeit das Land zu bereisen? Die Antwort ist eindeutig – nicht komplett! Nach Abschluss meiner Klausuren an der LTU startete ich eine kleine Rundreise durch Down Under. Die letzten Prüfungen fanden Ende Juni statt. Ich persönlich hatte fünf Wochen Zeit, was nach einer kompakten Reise schreite, denn das Land hat sehr, sehr viel zu bieten. Mit Freunden, die ich während meiner Zeit an der LTU kennen lernte, ging es los. Der berühmte Uluru, Darwin und die Ostküste mit ihren traumhaften Whitsunday Islands vermittelten mir einen unbeschreiblich schönen, finalen Eindruck von Australien.

Was bleibt mir abschließend zu sagen…? Ich persönlich kann von mir behaupten, dass es die richtige Entscheidung war, Australien, insbesondere Melbourne als Studienort zu wählen. Wie eingangs beschrieben, steht jeder Interessent am Anfang vor einer Menge ungeklärter Variablen. Es scheint, als sei der Aufwand einer Bewerbung immens. Viele Fragen der Ungewissheit quälen einen. Aber so weit man einmal über seinen Schatten springt und den ganzen Prozess ins Rollen bringt, ist dieser nur schwerlich aufzuhalten. Vieles ist einfacher als es erscheint und mit der richtigen Hilfe, die das Institut Ranke-Heinemann bietet, ist der Traum von einem Studium am anderen Ende der Welt in Kürze Realität.

Die Devise lautet: Just do it – no worries!!

Grüße und Erfolg
Christian


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Erfahrungsbericht - Nikolas Groß



Es ist der 20. Februar 2005, mein Abenteuer Australien beginnt und das mit 20 Stunden Flug!

Doch zuerst einmal eine Rückblende: Wie kam ich dazu nach Australien und Melbourne zu wollen und auch hinzugehen? Vor zwei Jahren war ich schon einmal in Australien um mein Englisch zu verbessern und habe dabei schon Einblicke in ein traumhaftes Land erhalten und Freundschaften geschlossen, die sich über diese Zeit gehalten haben. Als während einer Infoveranstaltung über Auslandssemester unser Leiter des akademischen Auslandsamtes dann das Baden-Württemberg- Stipendium erwähnte, sah ich die Möglichkeit die hohen Studiengebühren in Australien aufwenden zu können und tiefer in das Land „Down Under“ einzutauchen.
Also rein in die Bürokratie, denn der Bewerbungsschluss war genau 1 Woche nach dieser Veranstaltung. Da ich an einer Berufsakademie studiere, hieß das für mich nicht nur Absprache mit Professoren, sondern auch mit meinem Betrieb. Verschiebung der Praxisphase, Überschneidung der Theoriephasen, Vor-/Nachschreiben von Klausuren sowie ein Gutachten vom Fachleiter waren nur einige Punkte, die geklärt werden mussten und dank schneller und unbürokratischer Unterstützung von beiden Seiten auch relativ schnell geklärt werden konnten.
Mein Baden – Württemberg-Stipendium war bewilligt, ich konnte in die 2. Planungsphase gehen, Kurse raussuchen und Bewerbung losschicken. Zum Glück konnte ich fast alle Kurse abdecken, so dass ich nach meiner Rückkehr weniger Stress mit Nachschreiben von Klausuren hatte. Die Bewerbung lief im Gegensatz zu manch anderen Dingen dank der großartigen Unterstützung des Ranke-Heinemann-Institutes problemlos über die Bühne. Das Ranke-Heinemann-Institut ist eine Organisation der australischen Unis in Deutschland, die extra zur Unterstützung von Studenten, die nach Australien bzw. Neuseeland gehen wollen, existiert – die Dienstleistungen sind kostenlos ! Eine super Sache!
Nachdem die Bewilligung für die Uni da war, musste ich mir noch ein Visum besorgen, doch auch das ging einigermaßen problemlos. An dieser Stelle die Bemerkung an evtl. Voreilige ohne Geduld, wie ich es auch war. Wartet die zeit ab, bis man sich das e-Visa im Internet beantragen kann. Die Mühe den Antrag in Papierform mit allen Unterlagen nach Berlin zu schicken ist vergebene Mühe, er kommt einfach unbearbeitet mit dem Vermerk aufs e-Visa zurück.

Nun aber zurück zum Studienaufenthalt. Nach 20h Flug wurde ich von Freunden am Flughafen abgeholt (die meisten Unis bieten auch Abholservice an, bzw. in Melbourne fährt auch ein Shuttlebus zwischen Flughafen und City) und musste direkt zur Einschreibung an die Uni. Diese verlief dank Unterstützung sehr schnell, auch wenn australische Formulare die gleichen Missverständnisse erzeugen können wie hier in Deutschland. Nach der Einschreibung ging es dann erst mal nach Hause, um den Jetlag „auszuschlafen“. Die ersten Wochen konnte ich bei einer Freundin auf der Couch wohnen und begab mich von dort aus auf Wohnungssuche – durchaus ein Abenteuer. Hier sei erwähnt, dass es auch Collegeplätze gibt; diese sind auch super gut um Kontakt mit anderen Studenten zu knüpfen, kosten allerdings relativ viel Geld, sind je nach Lage der Uni weit weg von der City und wimmeln von Overseasstudenten, so dass man 1 Semester verbingen kann ohne Kontakt zu Australiern gehabt zu haben.
Bei der Wohnungssuche empfiehlt es sich die Pinnwände der Unis abzuklappern, Immobilienteile der Zeitungen zu lesen – die „Shared House“-section beinhaltet die ganzen WG’s – lokale Buchläden aufzusuchen sowie im Internet auf Zeitungsseiten nach Wohnungen zu suchen. Hier auch der Tipp, sich trotz etwaiger Probleme erst in Australien für eine Wohnung zu entscheiden, nachdem man sie gesehen hat, und nichts von Deutschland aus zu klären (Ausnahme ist, wenn man sich für einen Collegeplatz entscheidet. Nach 4 Wochen und einigen ziemlich heruntergekommenen Wohnungen bzw. WG’s die Mitbewohner für min. ein Jahr gesucht haben, hatte ich endlich eine WG gefunden und konnte endlich in meine eigene Bleibe ziehen.
Meine Wohnung war ein Haus, typisch für die „Vorstädterei“ der Australier – jeder Arbeiter sollte sich ein eigenes Haus leisten können; dementsprechend „wuchern“ die Großstädte in die Breite; Melbourne hat eine max. Ausdehnung von 200km. Die Häuser sind im Vergleich zu dt. Verhältnissen klein, haben aber fast immer einen Garten.. Das Ganze findet sich in verschiedensten Bauweisen, teilweise sind die Häuser bis zu 130 Jahre alt.

Die Ausdehnung von Melbourne spiegelt sich auch in den Fahrzeiten von einem Ort zu einem anderen wider. Thornbury, der Vorort, in dem ich gewohnt habe, liegt ca. 10km von der City weg, zählt aber noch zu den inneren Suburbs. Um in die City zu gelangen brauchte die Tram ~30-40 min, der Zug 20 min; zur Uni benötigte ich ~ 20-30 Minuten mit der Tram. Melbourne’s Public Transport ist zwar gut und man kommt irgendwann überall hin, jedoch ist dies bei ungünstigten Übergängen eine längere Sache. Während ich, wie bereits erwähnt, noch bei einer Freundin gewohnt habe, musste ich eine Tram nehmen, dann auf den Bus umsteigen und wieder auf eine andere Tram. Fahrzeit: min. eine Stunde, davon Wartezeit auf den Bus min. 10 min. Wurde ich morgens von ihr mitgenommen bis zur 2. Tram, brauchte ich lediglich eine Vierstelstunde um zur Uni zu kommen.
Neben dem öffentlichen Verkehrsnetz sind in Melbourne vor allem die kulturellen und sportlichen Veranstaltungen erwähnenswert . Ohne zu übertreiben, die Stadt Melbourne bietet für jeden etwas und das 365 Tage im Jahr. Ein kleiner Auszug?: Kurzfilmfestival, International Film festival, Dirty Dancing-Musical, Lion King- Musical, Mamma Mia-Musical, Grand Prix, Australian Rules Football(dazu später mehr), unzählige Livebands aller Musikrichtungen, Design & Mode Festivals, Gartenschauen etc.
Teilweise kommt man nicht mit und weiß gar nicht, was man machen soll. Zu Melbourne’s „Attraktionen“ gehören auch diverse Strassen, die eine eigene Welt sind.In Brunswick Street finden sich tagsüber Cafe’s und nachts Pub’s und Nachtclubs, die fast täglich Livebands von Jazz über Rock bis zu „Experimental“bieten; Sydney Road ist eine kleine Welt, in der man vom Sri Lankaner über den Libanesen bis hin zum Syrier oder Tibeter alles mögliche an internationalen Restaurants findet. Wenn man durch die Strasse läuft, fühlt man sich wie in einem Melting Pot. Lygon Street hat nicht zu Unrecht den Ruf „Klein-Italiens“, hier finden sich aufgereiht italiensche Restaurants, teilweise die besten in ganz Australien und so mancher Stimme nach sogar besser als in Italien. Dies ist wohl auch auf die Einwanderungswelle aus Mitteleuropa in den 70er Jahren zurückzuführen, die nicht nur ihre Küche, sondern auch Ihre Lebensart mit sich brachten und damit nicht nur Melbourne, sondern ganz Australien bereicherten. Melbourne stellt z.B. nach Athen die zweitgrößte griechische Population auf der Welt. Überhaupt ist Melbourne nicht nur multikulturell, sondern auch weltaufgeschlossen. Bestimmt gibt es auch hier „Parellelgesellschaften“, was man daran merkt, dass u.a. die Wasserrechnung in 5 verschiedenen Sprachen kommt, allerdings ist es keineswegs so wie in Deutschland. Jeder ist glücklich in Melbourne und in Australien zu leben, ein Stück „Australian Way of Life“ anzunehmen, aber auch seine eigene Identität mit einzubringen. Das merkt man nicht nur auf der Strasse, sondern zum Beispiel auch beim Gespräch mit dem Taxifahrer. Vielleicht ist es gerade wegen der vielen unterschiedlichen ethnischen Gruppen so schwer zu sagen „typisch Australisch“. Aber gerade diese Mischung hat etwas, weil jeder dem anderen gegenüber offen, freundlich und mit Respekt gegenübertritt!
Bevor ich zur La Trobe Uni komme, möchte ich noch kurz an den letzten Punkt anknüpfen, denn auch in Australien gibt es Schattenseiten. Diese sind u.a. die Flüchtlings-, bzw. Einwanderunsgpolitik sowie die wahren Australier, die Aborigines.
Während meines Aufenthaltes gab es mehrere Skandale, in denen Perminant Residents (Australier ohne australische Staatsbürgerschaft) bzw. eine Australierin philippinischen Urprungs in einem Auffanglager festgehalten wurden bzw. abgeschoben wurden. Neben diesen aktuellen Skandalen sitzen bzw. saßen immer mehr Menschen und auch Kinder mehrere Jahre in Auffanglagern, z.B. auf vorgelagerten Inseln mit mangelnder physischer und psychischer Betreuung. Schaut man bei menschenunwürdigen Verhältnissen meist in die Häuser anderer Nationen, übersieht leider auch Australien Probleme im eigenen Haus.
Zu diesen Problemen lässt sich auch das Verhältnis zu den Ureinwohnern Australiens zählen. Aborigines leben in einer wahren Paralellgesellschaft, werden auf den Strassen ignoriert und haben eine 20 Jahre (!!) kürzere Lebenserwartungen als ein nicht-indigineous Australier. Während es teilweise gute Initiativen gibt, sind leider zu viele Aborigines alkohol- bzw. drogenabhängig .Gut erinnere ich mich an zwei Jugendliche im Alter von ungefähr 14 Jahren, die in der Tram Spraydosen geschnüffelt haben.
Abgesehen von diesen Problemen sei auch kurz die „Stolen Generation“ erwähnt. Ab den 30er Jahren wurden Kinder von Weißen und Aborigines von ihren Eltern weggenommen und in Lagern europäisch erzogen um dann z.B. Dienstmädchen zu werden. Eine ganze Generation wurde aus ihrem Familienumfeld und ihrer Tradition gerissen und hat Probleme mit ihrer Vergangenheit und Geschichte als Aborigine zurecht zu kommen. Bis heute gibt es für dieses Vergehenkeine offizielleEntschuldigung im australischen Parlament.

Nun aber endlich zur Uni. Die La Trobe University hat Campi in ganz Victoria, der Hauptcampus befindet sich jedoch in Bundoora, etwas 16km außerhalb der City. Der Campus ist sehr groß und grün und im Mittelpunkt befindet sich die Agora, einer der Haupttreffpunkte. Hier befinden sich verschiedene kleine Läden, in denen man Essen und Kaffee zu günstigen Preisen in allen Variationen (Sushi, Pizza, Brötchen, Salat, Indisch, Fish&Chips,..) kaufen kann. Die Universität hat ca. 19.000 Studenten auf diesem Campus. Gegründet wurde sie erst 1974 und ist damit noch relativ jung, aber bereits international anerkannt. Im Gegensatz zur Berufsakademie, an der in 12 Wochen mit bis zu 35 Wochenstunden der Lernstoff fest vorgeschrieben ist, war hier das Maximum 12 Wochenstunden, bestehend aus 2h Vorlesung und 1h Tutorium je Fach. Mit Vor- und Nachbereitung sowie Assignments kam ich zwar auch auf die 30 Stunden, allerdings konnte ich es mir einteilen, wann ich etwas für die Uni tue. Gerade die eigenständige Erarbeitung des Stoffes hat meiner Meinung nach Vorteile gegenüber der Vermittlung an der Berufsakademie, aber dafür haben wir an der BA in 3 Jahren unseren Abschluss und 1 ½ Jahre Praxiserfahrung. Die Professoren und Dozenten waren sehr freundlich und waren auch außerhalb ihrer Sprechstunden für Fragen erreichbar. Dies stellte zwar für mich keinen Unterschied zur BA dar – was man der BA nur zu Gute rechnen kann – allerdings sind die Verhältnisse an deutschen Unis, wie ich von Freunden weiß, anders. Die Fächer waren allesamt sehr interessant, wobei der Schwerpunkt bei internationalen Themen fast immer auf Südostasien lag, wo Australiens Interessenschwerpunkte aufgrund der Geographie liegen.
Freizeitangebote gab es an der Universität „en masse“. Es gab viele Clubs, in denen man Sportarten ausüben konnte: Fußballclub, Ruderclub, Surfclub um nur einige zu nennen. Teilweise wurden Trips in die Umgebung von Melbourne angeboten bzw. sich wöchentlich getroffen um gemeinsam den Sport auszuüben. Im Mountaneeringclub, der u.a. Klettern, Wandern, Kayaken sowie Mountainbiking umfasste, haben wir uns z.B. immer Dienstags abends im Swimmingpool der Uni getroffen um Kayakpolo zu spielen. Man sitzt dabei in Kayaks und spielt mit einem Wasserball auf das jeweilige Tor der anderen Mannschaft. Neben Freundschaften, die ich in solchen Clubs geschlossen habe, kann ich nur sagen, haben auch die Aktivitäten jede Menge Spaß gemacht.
Von der Uni nun zu den Lebenskosten in Australien, die teilweise vergleichbar bzw. meiner Auffassung nach günstiger sind. Die Miete ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Melbourne waren sie ein wenig teurer als in Deutschland, Sydney führt die Preise an, während Perth, Adelaide und Darwin zu den günstigeren Städten gehören.
Obst und Gemüse gibt es auf Märkten zu sehr günstigen Preisen (Kilo Bananen oder Tomaten 1€), Milch und Käse sind teurer bzw. auch selten. Feta- und Schafskäse gibt es fast überall, Camembert oder Schnittkäse muss man suchen und wenn man ihn findet, ist er teurer als in Deutschland.
Ein „Mangel“ in Australien, der auch des öfteren Gesprächsthema unter Deutschen war, ist deutsches Brot. Hier merkt man die englischen „Weißbroteinflüsse“. Zwar gibt es auch einige organic bakery’s die feste Brote, auch „Körnerbrote“(3 Körner auf der Kruste, 1 innendrin) anbieten, aber als Deutscher ist man nun mal verwöhnt und wird sich auf den ersten Besuch in einer Bäckerei nach der Rückkehr freuen. Kleiner Tipp: Wenn ihr nach Tasmanien fliegt um Urlaub zu machen, nehmt einen leeren Rucksack mit, in Hobart gibt es einen deutschen Bäcker, der Streusel und süße Sachen hat aber vor allem richtig gutes deutsches Brot. Keine Angst, wenn ihr ausflippt, vor euch waren schon genug andere weißbrotgeschädigten Backpacker, Studenten und andere Germanen in dieser Situation.
Während der Osterferien bzw. vor den Klausuren konnte ich auch die Zeit nutzen um ein wenig das Land zu erkunden und zusammenfassend kann ich nur sagen, dass man, egal wohin man fährt, wunderschöne Landschaften und Dinge sieht, daAustralien sehr kontrastreich ist. Am besten ist es dies selbst zu erleben, jeder Tag auf Reisen wäre einen eigenen Erfahrungsbericht wert.

Nachdem ich nun wieder in Deutschland bin und den Kulturschock der Rückkehr überwunden habe und mich einlebe, ordne ich langsam meine Erinnerungen und Eindrücke und versuche für Freunde und Verwandte diese kurz zu fassen bzw. auch den „Take-Away-Value“ zu beschreiben. Es ist schwer alles zu verarbeiten oder zu beschreiben.
5 Monate Australien hießen für mich, trotz vorherigem Aufenthalts, mich und eine andere Kultur neu zu entdecken, Freundschaften fürs Leben zu schließen, gute und schlechte Erfahrungen zu sammeln, selbstständiger, offener und aufgeschlossener zu werden, neue Dinge auszuprobieren, Einblick in ein anderes Studiensystem zu bekommen, in Englisch zu studieren, ein zweites zu Hause zu haben, aber auch danach Deutschland neu zu entdecken.
Vieles hier ist nicht so schlecht, wie viele vielleicht denken. Viele Dinge möchte ich nicht missen (seien sie so „selbstverständlich“ wie Zentralheizung, Hausisolierung und gutes Brot, aber auch mitten in Europa in der Nähe von vielen verschiedenen Kulturen zu sein) und viele Dinge versuche ich aus Australien mitzunehmen und im Alltag zu leben. Ein wenig mehr an Unbeschwertheit, Offenheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Australier könnte auch uns sicherlich nicht schaden. Egal wen man anspricht, alle sind hilfsbereit, auch wenn sie nicht direkt helfen können, haben ein Lächeln auf dem Gesicht und nehmen sich Zeit. Zwar mag ich die Charakterisierung der Australier als „easy going“ und „no worries“- nicht wirklich (wir Deutsche essen ja auch nicht alle Weißwurst und trinken Weißbier), aber sie trifft irgendwo zu. Wir regen uns über viele unwichtige Dinge auf und nehmen uns manchmal viel zu Ernst. An dieser Stelle fällt mir auch der schwarze Humor der Australier ein, der für manchen gewöhnungsbedürftig sein kann, aber wunderschön ist. Als Abschluss des Berichtes mein erstes Erlebnis in Deutschland, vielleicht auch als Anregung. Ich habe mich im Flugzeug mit einer Mitreisenden in meinem Alter unterhalten, die 12 Monate auf Working-Holiday-Visa in Australien war. Noch im Englischen „behaftet“ sagte sie zum Zollbeamten bei der Passkontrolle „Good Morning“. Dessen freundliche Begrüßung: „Hören sie mal zu, jetzt wo sie wieder in Deutschland sind, können sie auch wieder deutsch reden!“. Welcome to Germany ;-) !


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Erfahrungsbericht - Sandra Heinrich



Auf dem Flughafen in Melbourne entdecke ich ein Schild, auf dem mein Name in großen Lettern steht. Ich fühle mich sogleich willkommen am anderen Ende der Welt – in Australien. Müde vom langen Flug aus Deutschland, bin ich erleichtert, dass ich den Abholservice der La Trobe University gebucht habe. Vor mir liegen ein Study Abroad Aufenthalt in Australien und ich kann es kaum fassen, nach langer Vorbereitung endlich angekommen zu sein.

Rückblickend lässt sich über meinen Studienaufenthalt an der La Trobe University auf jeden Fall eines festhalten: eine großartige Erfahrung, die ich unter keinen Umständen missen möchte!

Das Einleben auf dem Bundoora Campus der La Trobe University wurde mir durch die Orientation Week, welche vom International Office organisiert wurde, erheblich erleichtert. Zum einen gab es die Gelegenheit andere internationale Studierende kennen zu lernen, zum anderen wurde jeder Neuankömmling mit dem Campus und der Stadt Melbourne durch diverse Schnitzeljagden vertraut gemacht. Ausflüge ins Healesville Sanctuary (dieser nur 1 Stunde von Melbourne entfernte Tierpark beherbergt mehr als 200 australische Tierarten) und nach Phillip Island (in diesem Naturpark konnten alle bestaunen, wie kleine Pinguine vom Fischen im Meer über den Strand in die Sanddünen zurückkehrten) gaben einen Vorgeschmack auf die wunderschöne Umgebung Melbournes. Die unterschiedlichen Student Clubs der Universität stellten sich im Laufe der Orientierungswoche ebenfalls vor, so dass meine Freizeitgestaltung mit Beginn der Vorlesungen bereits geregelt war. Von diversen Sportclubs über einen Theater- und Musikclub bis zu vielen weiteren Vereinen war für jeden Geschmack etwas dabei. Ich entschloss mich, dem Fechtclub sowie dem Mountaineering Club beizutreten. Besonders der letztere bot mit seinen Kletter-, Höhlen- und Wanderausflügen sehr viel Abwechslung. Der Beitritt in den Mountaineering Club war eine wunderbare Gelegenheit, Einheimische zu treffen und auf kostengünstige Weise die beeindruckenden Nationalparks der näheren Umgebung kennen zu lernen. Meist wurden Fahrgemeinschaften organisiert und gezeltet. Eine große Willkommensparty mit Buffet und der Verlosung von Reisegutscheinen rundete die Orientierungswoche ab. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte jeder schon eine Menge Leute kennen gelernt, so dass keiner allein feierte. Mein persönliches Highlight war der Gewinn eines Wochenendtrips in den beliebten Kakadu National Park in der Nähe Darwins. Diesen löste ich während meiner Rundreise durch Australien in der Sommerpause ein und war erneut begeistert von der Schönheit des roten Kontinents.

Nicht nur die Orientierungswoche, sondern auch der stets freundliche und hilfsbereite Service der Mitarbeiter des International Office sorgten vom ersten Tag an für ein uneingeschränktes Wohlfühlen an der Universität. Besonders beeindruckte mich die Tatsache, dass ich beim ersten Betreten des Büros sogleich erkannt und mit Namen begrüßt wurde. Bei der Bewerbung für das Study Abroad Programm hatte ich nämlich ein Foto mitschicken müssen, welches zur Wiedererkennung führte und mir somit einen herzlichen Empfang bescherte. Dasselbe Erlebnis hatte ich im Büro des Studentenwohnheims. Auch hier empfing das Personal jeden Studierenden äußerst aufmerksam.

Meine Bewerbung für einen Platz im Wohnheim auf dem Campus war erfolgreich gewesen und mir wurde ein Zimmer im Menzies College zugewiesen. Ich hatte lange überlegt, welche der verschiedenen Wohnoptionen (Wohngemeinschaft, Gastfamilie, Einzelapartment, Wohnheim) wohl die beste sei und mich am Ende für das Wohnheim entschieden, da es direkt auf dem Campus liegt. Der Campus ist mit allen Einrichtungen ausgestattet, die ein Student im alltäglichen Leben benötigt. Neben der Bibliothek und den Hörsälen gibt es Banken, eine Post, eine Apotheke, einen Buchladen sowie verschiedene Cafés und Restaurants. Somit konnte ich vom Wohnheim zu Fuß alle Hörsäle, Seminarräume, den Computerraum des Wohnheims und die Bibliothek erreichen. Da ich zum Zeitpunkt meines Study Abroad Aufenthalts noch keinen Labtop besaß, war ich auf die Computerräume der Universität angewiesen. Praktisch ist, dass das Wohnheim einen extra Computerraum besitzt, der nur für Wohnheimsbewohner bestimmt ist. Somit war ich nicht nur auf die Computer beschränkt, die allen Studierenden der La Trobe zur Verfügung stehen und hatte immer sofort einen Arbeitsplatz. Da ich, wie alle anderen Wohnheimsbewohner, einen Schlüssel zum Computerraum besaß, konnte ich meine Essays zu jeder Tag und Nachtzeit schreiben. Viele Studierende hatten schon damals einen eigenen Labtop dabei und konnten auf ihrem Zimmer arbeiten. Diese sind alle mit Internetzugang ausgestattet. Weitere Vorzüge des Wohnheims sind verschiedene für Wohnheimsbewohner kostenlose und kostengünstige Freizeitangebote. Ich nahm beispielsweise an einem Yogakurs teil. Außerdem gibt es einen Fitnessraum, ein Billardzimmer, Wohnheimpartys und Ausflüge. Langeweile oder Heimweh kam somit definitiv nicht auf.

Wer gerne und viel in der City ist, sollte sich allerdings überlegen, eine Wohnmöglichkeit zwischen Stadt und Campus zu suchen. Von Bundoora braucht man in der Regel 40 Minuten mit dem Bus oder der Tram in die Stadt. Ich überbrückte meine Zeit mit Lesen und störte mich in der Regel nicht an der Distanz. Wer unter der Woche gern in der Stadt feiern möchte, muss ebenfalls bedenken, dass die letzte Tram gegen Mitternacht zurück zum Campus fährt. Am Wochenende fährt ein Nightrider Bus, der das Feiern in der Stadt unkompliziert und günstig macht.

Das Studieren an der La Trobe war angenehm, da die Universität sehr serviceorientiert ist. Die Räumlichkeiten sind modern, die Bibliothek hat auch an Sonntagen geöffnet und für ausländische Studierende gibt es den Language and Academic Skills (ESL) Support Service. Mit den Beratern des ESL Service kann jeder internationaler Student beispielsweise seine Essays besprechen. Ich selbst nutzte diesen Service und konnte meine Essays somit sprachlich verbessern. Aber auch die kleinen Kurse, die ich von meiner Heimatuniversität nicht kenne, erleichterten das Studium. In diesen hatte jeder Studierende die Gelegenheit zu Wort zu kommen und sich dadurch aktiv zu beteiligen. Die Dozenten meiner gewählten Kurse waren freundlich, engagiert und geduldig, wenn es um sprachlich bedingte Verständnisschwierigkeiten ging. Ungewohnt war zunächst der hohe Arbeitsaufwand, der für die einzelnen Kurse betrieben werden musste. Während ich an meiner Heimatuniversität pro Semester zwischen 6 und 10 Veranstaltungen belegte, war ich an der La Trobe mit meinen 3 Kursen (3 Kurse musste ich mindestens, 4 Kurse konnte ich maximal pro Semester belegen) voll ausgelastet. Allerdings stellte ich fest, dass ich aus den belegten Kursen an der La Trobe sehr viel mehr lernte und behielt. Im Gegensatz zu deutschen Kursen setzte ich mich intensiver mit dem Stoff auseinander. Ich fand demnach großen Gefallen an der australischen Lehrweise.

Sowohl akademisch als auch persönlich konnte ich in meinem Jahr in Australien sehr viel lernen und „mit nach Hause nehmen“. Aus diesem Grund kann ich jedem Studierenden eine Studienerfahrung Down Under sehr empfehlen!


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Bewerbung

Zuständig für Ihre Bewerbung ist das Institut Ranke-Heinemann.

Semestertermine

Semester 2/2010
Orientation:
19.07.2010 - 23.07.2010
Semesterbeginn:
26.07.2010
Semesterende:
25.11.2010

Fakten

Cricos code:
00115M/00119G

Anzahl Studierende:
25000

Anzahl ausländische Studierende:
3000

Stadt:
Melbourne

Bundesstaat:
Victoria

Website:
La Trobe University

Ranke-Heinemann Magazin

Ausgabe 1 - Projektbericht eines Studenten

Ausgabe 2 - Westaustralien + Christmas und NYE Down Under

Ausgabe 3 - Stipendien

Ausgabe 4 - Heimweh + Indigenous Sport

Ausgabe 5 - Kulturschock + City2Surf Funrun

Ausgabe 6 - Wohnungssuche + Northern Territory

Ausgabe 7 - Reverse Culture Shock + Hauptstadt Canberra

Ausgabe 8 - Flug nach Down Under + Ausgefallene Studiengänge

Ausgabe 9 - Feiertage + Tipps zum Studienalltag

Alumni Club

Ehemalige und derzeitige Studierende treffen sich im 4A Club.


Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Für die Richtigkeit der Informationen kann jedoch keine Haftung übernommen werden!
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